• Bettina Fleiss

Gut behütet: Alles über Pilze & Rezept Pink Pancakes mit Eierschwammerln


Nicht umsonst, wird sie auch „goldene Jahreszeit“ genannt. Der Herbst hat kulinarisch so einiges zu bieten. Rund um Erntedank ist die Vorratskammer zumeist gut gefüllt und Mutter Natur deckt den Gabentisch besonders üppig. Farbenprächtig präsentiert sich nämlich nicht nur das Laub der Bäume, sondern auch das Angebot an allerlei Köstlichkeiten. Leuchtend orange Kürbisse strahlen mit vollreifen Früchten um die Wette. Und der heimische Wald lockt ebenso wie so mancher Stand im Super- oder am Wochenmarkt mit einer ganz besonderen Delikatesse. Gerade noch im Moos eingebettet und zum Teil gut versteckt sind Eierschwammerl, Steinpilze, Täublinge, Röhrlinge und ihre weniger bekannten Brüder und Schwestern ein herrlich aromatischer Höhepunkt auf dem Saisonkalender.


Die Magie des Waldes

Grundsätzlich lassen sich Pilze in zwei Kategorien einteilen – jene aus der Zucht und ihre „wildwachsenden“ Verwandten. Erstere haben den Vorteil, dass sie ganzjährig verfüg- und uneingeschränkt genießbar sind. Bei den Waldbewohnern gibt die Jahreszeit und auch eine gewisse Kenntnis erst grünes Licht für den Verzehr. Wer selbst auf die „Jagd“ geht, sollte zwischen giftigen und Speisepilzen ein sicheres Händchen aufweisen. Wer jedoch das große Glück hat, sie aufzuspüren, den erwartet eine herzhafte Gaumensymphonie. Von pfeffrigen Nuancen der dottergelben Eierschwammerl, über die delikate Würze von Totentrompeten bis hin zum edlen Aroma von Steinpilzen. Auch in Sachen Zubereitung sind sie echte Tausendsassa: Risotto, Aufläufe, Sulzen, Tartes, Pasta; gebraten, gegrillt, eingelegt oder gedünstet; ob pur oder als cremige Sauce – Pilze schmecken in jeder Form ganz ausgezeichnet.


Genuss mit Hut & Köpfchen

Nicht nur in der Küche treffen Pilze den Zeitgeist einer gesunden wie schmackhaften Vielfalt. Auch ernährungsphysiologisch haben sie es durchaus in sich. Ballast- und Nährstoffe in komprimierter Form verbergen sich ebenso unter dem (Schutz-)Schirm der Waldbewohner bzw. Zuchtformen. Zu kleinen Helden des Speiseplans macht sie neben dem geringen Kaloriengehalt und der relativ hohen Proteinbilanz unter anderem der Gehalt an Vitaminen und Spurenelementen. Ausdrücklich hervorzuheben sind zahlreich enthaltenen Vertreter der B-Gruppe: B3 (Niacin), B7 (Biotin) und B5 (Pantothensäure) steuern unter anderem Stoffwechselvorgänge und sind für verschiedene Zellfunktionen zuträglich. Vitamin B12, welches ebenso in den meisten Pilzen reichlich vorhanden ist, hilft dabei, unseren Körper und unseren Geist fit zu halten. Zudem kann es potenziell strapazierte Nerven besänftigen. Das enthaltene Vitamin D ist für gesunde, starke Knochen gewinnbringend. Ebenfalls mit an Bord sind die Beauty-Booster Seelen und Kupfer sowie Magnesium, Kalium, Eisen und Zink. Die Werte variieren je nach Sorte.


TIPP:

Gut gekaut ist halb verdaut, sagt schon ein Sprichwort. Das gilt für Pilze allemal, denn sie gelten als „harte Nuss“, was die Verträglichkeit angeht. Deshalb sollten sie immer idealerweise bereits klein geschnitten verarbeitet, sorgsam beim Genuss in der Mundhöhle zerkleinert und mit den richtigen Kräutern und Gewürzen zubereitet werden. Das garantiert nicht nur bessere Verträglichkeit, sondern auch das Plus an Gaumenfreude.


Die Top 5 Wald- und Wiesen-Highlights Champignons Er ist wohl der Gängigste unter den Hutträgern. Ob weiß oder braun, ob klein oder ganz groß – Champignons glänzen zu jeder Jahreszeit und sind universell einsetzbar. Zumeist kommen sie aus der Zucht und können auch roh, zum Beispiel als Carpaccio, verzehrt werden. Besonders für Griller, Raclette oder zum Füllen eignen sich die handtellergroßen Exemplare, welche unter der Bezeichnung Portobello im Handel erhältlich sind. Hervorzuheben sind die ganzjährige Verfügbarkeit, die geringe Kaloriendichte und der Gehalt an Provitamin D. Das macht sie zu echten Champions. Eierschwammerl Je nach Wetterlage sprießen die leuchtend gelben Speisepilze von Juni bis hinein in den späten Herbst und gelten als köstliche Delikatesse. Da sie ausschließlich wild wachsen, hat Geschmack in diesem Fall auch ihren Preis. Die inneren Werte sind jedoch im Vergleich zu anderen Pilzen relativ unspektakulär. Eierschwammerl oder auch Pfifferlinge haben einen hohen Wassergehalt und moderate Mengen an Eiweiß, Vitaminen und Spurenelementen (insbesondere Eisen). Dafür überzeugen sie hinsichtlich Optik und Genussfaktor. Ein cremiges Risotto oder ein würziges Ragout bringt Farbe und Freude in den Küchenalltag. Hinweis: Aufgrund der möglichen Schwermetallbelastung ist heimische Qualität zu bevorzugen. Steinpilze Sie gelten als Königsdisziplin der Pilz-Küche: die Stein- oder auch Herrenpilze. Da die Saison zeitlich begrenzt ist, werden sie auch in getrockneter Form angeboten, was sich wiederum auf die Nährstoffdichte positiv auswirkt. Je komprimierter sie vorliegen, desto wertvoller für die körperliche und geistige Zuträglichkeit. Ihr Proteingehalt macht die edlen Gesellen zu bereichernden Zutaten – nicht nur für Anhänger der vegetarischen bzw. veganen Ernährung. Auch ihr fester Biss und die fleischähnliche Konsistenz beeindrucken. Steinpilz-Kreationen machen gleich mehrfach glücklich, enthalten sie doch das Glückshormon Serotonin und sind auch geschmacklich top. Shiitake Ein Neuling im Pilzkörbchen ist der ursprünglich aus Asien stammende Shiitake-Pilz. In seiner Heimat wächst er wild, bei uns wird er als Zuchtware angeboten. Neben seinem aromatischen Profil gilt er in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) als wahres Wundermittel. Er soll das Yang stärken und damit ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ying und Yang herstellen. Zudem sagt man ihm eine positive Wirkung auf die Immunabwehr, eine mögliche Senkung des Cholesterinspiegels und einen antiallergenen sowie histaminsenkenden Effekt nach. In Pfanne und Kasserolle sind Shiitake ebenso vielseitig, wie in der Naturheilkunde. Sie passen nicht nur in jeden asiatischen Suppen- oder Eintopf, wie zum Beispiel den traditionellen Pho oder das Pad Thai, sondern auch in Aufläufe, zu Fleisch-, Geflügel-, Eier- und Gemüsezubereitungen. Reishi Wer den Namen „Pilz des ewigen Lebens“ trägt, darf in der Hitliste natürlich nicht fehlen. Fernöstlich wird er auch als Symbol des Glücks und besagter Unsterblichkeit verehrt. Woher diese Auszeichnung kommt? Reishi gilt als Heilpilz und die Liste, der ihm zugeschriebenen Eigenschaften, ist lang. Sie reicht von stärkend bis antiviral, wird in alternativen Therapien gegen Entzündungen, Bluthochdruck und sogar Krebs eingesetzt. In der Küche kommt der „Sonderling“ kaum zum Einsatz – maximal in Pulverform zum Einrühren oder Bestreuen von Speisen.


Genuss für jede Lebenslage

Pilze sind eine echte Bereicherung auf jedem Teller und viele Feinschmecker lieben sie. Denn sie überzeugen ebenso als Klassiker, wie zum Beispiel dem Rahmeierschwammerl mit Knödel, wie auch als variantenreiche Zutat internationaler Spezialitäten. Von Austernpilz bis Zuchtchampignon, von Totentrompete bis Trüffel – Pilze verleihen jedem Gericht einen edlen Hauch von genussvoller Herbststimmung. Sie versorgen uns mit essenziellen Nährstoffen und so mancher verspricht sogar ein extra-langes Leben.


Pink Pancakes mit gebratenen Eierschwammerln


So köstlich schmeckt der Herbst: Die Pink Pancakes mit gebratenen Eierschwammerln sind vegan, gluten- und laktosefrei
Farbenfroher Fit-Genuss: Rote Rüben, dottergelbe Pilze & frisches Grün

Natürlich ist diese Verführung:

glutenfrei

laktosefrei

vegan


Zutaten für 2 Portionen:

Pink Pancakes

175 g rote Rüben gekocht und geschält

250 g Haferflocken Feinblatt (glutenfrei)

50 g Buchweizenmehl

100 g Reismehl

400 ml Pflanzendrink (Mandel-, Hafer- oder Sojadrink)

1 TL Flohsamenschalen gemahlen 1,5 TL Weinstein-Backpulver

Steinsalz, Pfeffer frisch gemahlen, Kreuz-Kümmel gemahlen, Ingwer gemahlen

Kokosöl oder neutrales Pflanzenöl zum Braten

Gebratene Eierschwammerl

250 g frische Eierschwammerl

1 Zwiebel

Steinsalz, Pfeffer frisch gemahlen

frische Kräuter (Petersilie, Rosmarin, Bohnenkraut, Salbei, Oregano) gewaschen und gehackt

Olivenöl zum Braten und Finishen

1 beschichtete Pfanne


Zubereitung:

Pink Pancakes

Alle Zutaten im Mixer (Blender) oder mit dem Pürierstab zu einer sämigen Masse verarbeiten und ca. 10 Minuten ruhen lassen. Das Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Masse mit einem Schöpflöffel gleichmäßig eingießen. Von beiden Seiten bei mittlerer Hitze goldbraun backen.

Tipp: Um Fett zu sparen, die fertigen Pancakes auf Küchenpapier legen und bis zum Anrichten bei 120° C im Backrohr warmstellen.

Gebratene Eierschwammerl

Die Eierschwammerl putzen und große Exemplare vorsichtig zerteilen. Die Zwiebel schälen und in Würfel schneiden. Das Olivenöl in der Pfanne sanft erhitzen, die Zwiebel darin glasig braten, dann die Eierschwammerl zugeben und ebenfalls braten. Mit Steinsalz und Pfeffer würzen und kurz weitergaren. Zum Schluss die gehackten Kräuter unterrühren und von der Hitze nehmen.

Einen Pancake auf einen (vorgewärmten) Teller setzen und mit den gebratenen Eierschwammerln bedecken. Schichtweise fortsetzen und mit Ragout enden. Zum Schluss mit ein paar Tropfen Olivenöl vollenden.

Eine kongeniale Ergänzung ist ein Joghurt-Zitrus-Dip, eine fruchtige Tomaten-Salsa oder ein Kürbiskern-Pesto.

Bilder: pexels.com



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