• Bettina Fleiss

Aaron de Latour: „hands!¡on“

Aktualisiert: 18. Mai 2021

Die Statur wie ein Fels in der Brandung, das Herz aus Gold. Aaron de Latour ist nicht nur Türsteher, IT-Crack und Kampfsportler. Er ist auch der Gründer einer ganz besonderen Initiative. Die Idee dahinter: die Welt ein bisschen besser zu machen. Bei „hands!¡on“ geht es ums Anpacken und zwar nicht, um sich selbst zu bereichern. Selbstlos, mit der Intention, ein Netzwerk der Einsatzbereitschaft im Dienste des Nächsten jenen zur Verfügung zu stellen, die gerade Hilfe benötigen. Dabei spielt es für den gebürtigen US-Bürger keine Rolle, in welchem Bereich es gerade „zwickt“. Von kleineren Reparaturen, Unterstützung im ganz banalen Alltag bis hin zu echten Großprojekten wie Übersiedlungen.


Im Vordergrund steht der zwischenmenschliche Faktor. Es geht darum, einander zu unterstützen, dort präsent zu sein, wo Muskel- und Tatkraft oder auch Hirnschmalz gerade Bedarf angemeldet haben. Die Anforderungen des Lebens gemeinsam zu bewältigen, ist dem jungen Mann quasi in die Wiege gelegt worden. Bis zu seinem fünften Lebensjahr tankte er die Sonne der amerikanischen Südstaaten, bevor er mit seinen Eltern ins rot-weiß-rote Alpenland übersiedelte. Vielleicht kommt ihm diese intakte Familienstruktur ebenso zugute, wie seine ausgeprägte Empathie und Daseinsfreude. Davon bringt er nämlich eine Extraportion mit und zusammen mit der unabdingbaren Energie, Ideen in die Umsetzung zu bringen, ergibt das eine höchst produktive Mischung.

Sein Anspruch und auch die Herangehensweise sind denkbar einfach. Entgegen des aktuellen Zeitgeistes von perfekt aufbereiteten und oftmals geschönten virtuellen Plattformen begann alles damit, dass er in Supermärkten mittels schnörkelloser Handzettel plakatierte. Schließlich geht es immer um die Sache selbst und nicht um das Ego. Der Deal bei „hands!¡on“ ist schnell erklärt: Hilfe wird angeboten, in Anspruch genommen und wiederum weitergegeben. So entsteht eine Dynamik, die dem Prinzip eines Pyramidensystems gleicht. Mit jeder Aktivität potenziert sich der Wirkungskreis und die Community wächst. Er selbst beschreibt seine „Bank der guten Taten“ folgendermaßen: „Ich biete meine helfenden Hände an, für jeden, der sie braucht und verlange im Prinzip nichts dafür. Das einzige, worum ich bitte, ist, dass man auch mithilft und so ein Teil des Netzwerks wird. Auch für Dinge, die ich selbst nicht übernehmen kann, finde ich eine Lösung, indem ich wiederum andere Menschen aktiviere und den Support auf diese Art und Weise organisiere.“


Aarons Vorfahren wanderten im zweiten Weltkrieg nach Amerika aus, um ein Leben in Sicherheit und Freiheit zu führen. Die Mutter stammt aus Deutschland, der Vater hat seine Wurzeln in Washington D.C. Aufgewachsen ist er zweisprachig. Sein beruflicher Werdegang führte über ein paar Zwischenstationen im Handel und der Werkstatt zu seiner großen Leidenschaft für Systeme und Technik. Diese hat er mittlerweile zum Beruf gemacht. Seine Berufung, Herausforderungen jeglicher Art zu meistern, kommt ihm sowohl in seiner Tätigkeit wie auch in allen persönlichen Lebensbereichen gerade recht. Der diplomierte Software-Ingenieur übt Kampfsportarten aus, surft und hilft eben. Manchmal mit Zeit, manchmal mit Wissen, aber auch mit einem offenen Ohr. Damit setzt er klar ein Zeichen gegen die Anonymität, den oftmals vorherrschenden Umstand der unnahbaren Überindividualisierung und gegen die Einsamkeit. Das Miteinander trägt mittlerweile Früchte und die Weiterentwicklung ist bereits geplant. Von einer Ausspeisung für jene, die nicht im lukullischen Überfluss leben, bis hin zu Plattformen für junge Künstler in Kooperation mit Salzburger Bars. Ebenso soll der regionale Kreis ausgeweitet und das Angebot schon bald national bzw. über die Ländergrenzen hinausstrahlen.



Ganz uneigennützig ist sein Engagement dann aber doch nicht. Aaron achtet auf sein Karma und hofft, dass „wenn man Gutes tut, auch Gutes dafür erlebt.“ Und anstatt die Hände in den Schoß zu legen und über gesellschaftliches wie politisches zu sinnieren, übersetzt er seinen Überdruss, den er mit den einfachen Worten „I’m sick of it" auf den Punkt bringt, in die Initiative „hands!¡on“. Ob die derzeitig vorherrschende Situation mit all ihren Hürden dazu beigetragen hat, lässt sich schwer sagen. Arron meint dazu, dass „Corona relativ wenig damit zu tun hat. Vielmehr sind die Umstände, unter denen ich gerade leben, dafür ausschlaggebend. Wahrscheinlich wäre es auch so passiert. Aber aufgrund der veränderten Umstände habe ich nochmal mehr einen nachvollziehbaren Grund dafür gehabt, das Projekt zu starten. Bei so Manchem stoße ich damit durchaus auf Skepsis.“ Nichts desto trotz hält er an seiner Vision fest, durch sein Tun, die Welt ein wenig zum Guten zu verändern. Eine starke Ansage von einem starken Typ.


Wer sich nun angezündet fühlt, von der Idee, der Initiative „hands!¡on“ und Aarons Ambitionen, meldet sich am besten direkt bei ihm via E-Mail an aaron.de.latour@outlook.com. Er bringt Helfende und Hilfesuchende zusammen.

Die Statur wie ein Fels in der Brandung, das Herz aus Gold. Aaron de Latour ist nicht nur Türsteher, IT-Crack und Kampfsportler. Er ist auch der Gründer einer ganz besonderen Initiative. Die Idee dahinter: die Welt ein bisschen besser zu machen. Bei „hands!¡on“ geht es ums Anpacken und zwar nicht, um sich selbst zu bereichern.
Aaron de Latour

Fotos: (C)= WBPHOTOGRAPHY


GANZ PERSÖNLICH: Aaron de Latour

Ich bin…

bedingt lustig


Meine größte Motivation ist…

mein Sport, meine Arbeit und das Leben mit anderen


Was ich gar nicht ausstehen kann…

beschränkte Menschen, Rassismus


Mein Herz schlägt für…

Sport, Computer und offensichtlich Menschen


Freiheit ist für mich…

zu sagen, zu tun und zu leben, wie ich möchte und dass das von anderen akzeptiert wird; dass ich dadurch nicht eingeschränkt werde, aber auch niemanden anderen damit einschränke.


Early bird oder Nachteule?

beides


Kuchen oder Eiscreme?

keins von beidem, lieber Burger


Träumer oder Realist?

Realist, definitiv




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