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  • Bettina Fleiss

Eierlikör-Kuchen (klassisch)

Likörchen gefällig? Diese Frage stellten sich früher oftmals die Damen der feinen Gesellschaft beim Kaffeekränzchen. Was heutzutage ein wenig aus der Mode gekommen ist, hatte früher Tradition. In Zeiten von Matcha und Chai Latte haben Eierlikör und Co. beinahe ausgedient, dabei schmeckt das feine Hochprozentige in der Tat köstlich. Ein Grund mehr, es als Zutat von Süßgebäck und Cremes wieder auf die nachmittägliche Tafel zu bringen und ihm damit ein gelungenes Comeback zu bescheren.


Das habe ich mir nicht zweimal sagen lassen und einen einfachen wie herrlich duftenden Kuchen im Handumdrehen zuzubereiten. Das gute Stück besteht aus ein paar wenigen Ingredienzen, die fast jeder zuhause im Vorratsschrank hat. Natürlich dürfen in meinem Fall die aromatischen Beigaben in Form von Gewürzen und die Gäste nicht fehlen.

Omas Klassiker mit Gehalt und Geschichte

Zu Großmutters Zeiten wurde das Familienrezept für den zartschmelzenden Seelen- und Gaumenschmeichler noch von Generation zu Generation weitergegeben - ähnlich wie Kuchen- und Keksrezepte. Die klassischen Zutaten eines guten Eierlikörs sind dennoch immer gleich: Eigelb, Obers und/oder (Kondens-)Milch, Zucker, zumeist eine Prise Vanille und etwas Alkoholisches. Das Mengenverhältnis und die genaue Zusammensetzung variieren und machen letztlich den entscheidenden Unterschied. Auch Variationen mit Schokolade, Kokos, Honig, Datteln und zusätzlichen Würzkomponenten wie Zimt, Ingwer und Kardamom haben es in die Likörflaschen geschafft. Zudem gibt es mittlerweile zahlreiche Rezepte für vegane, zucker- und fettreduzierte bzw. Alternative und natürlich lässt sich auch auf den Alkohol (unter Umständen) verzichten. Eierlikör zählt in seiner traditionellen Erscheinungsform eindeutig zu den Genussmitteln - schon allein wegen des Alkohol-, Zucker- und Kaloriengehalts. Je nach Zusammensetzung unterscheiden sich die Nährwerte natürlich.


Die Historie des gelben Klassikers lässt sich in viele Richtungen lenken. Eine oder bessere gesagt mehrere davon führen nach Lateinamerika. Spanische Eroberer sollen demnach ein Getränk namens Abacante, das aus Avocado, Rohrzucker und Rum zubereitet wird, in die europäische Heimat gebracht haben. Niederländische Unternehmen sollen das Grün der Avocados, die schwieriger in der Beschaffung waren, durch Eigelb ersetzt haben. Eine andere Version erzählt von einem mexikanischen Urahn - dem Rompope, der bereits in seiner ursprünglichen Zubereitung aus Eiern, Milch, Vanille und Rum bestand. Geschichtlich wäre außerdem noch der mitteleuropäische Bierpunsch namens Posset erwähnt, der im Mittelalter von Mönchen aus Feigen und Eiern hergestellt wurde.


Ganz einfach selbstgemacht

Eierlikör lässt sich grundsätzlich schnell und einfach selbst herstellen. Wichtig dabei ist, absolut frische Eier in Bio-Qualität zu verwenden und auf penible Hygiene bei der Verarbeitung zu achten. Anleitungen gibt es dafür mehr als genug.

Hier zum Beispiel der Klassiker aus dem Servus Magazin nach traditionellem Rezept.

Wer sich an der veganen Variante von Utopia probieren möchte, wird ebenso fündig.

Unendliche Möglichkeiten der Verwendung

Gerade rund um Ostern und auch sonst ist selbst gemachter Eierlikör ein beliebtes Mitbringsel. Gelagert gehört er in jedem Fall kühl und dunkel. Außerdem ist er rasch zu verbrauchen. Da ist es gut, dass er vielseitig einsetzbar ist. Ob als Zutat von feinen Kuchen, wie in meinem Fall, Torten und süßen Aufläufen oder als Topping auf Schokoladenpudding, Waffeln oder Schichtdesserts - ein Schlückchen macht aus einem einfachen Rezept ein raffiniertes.


Ich habe eine klassische Rührteig-Kreation nach einem Originalrezept von Cookidoo gewählt und sie wie immer ein bisschen "leichter" und mit mehr würzigem Pfiff in meinem Thermomix gemacht. Ganz nach meiner Art zu backen.


Das folgende Foto stammt diesmal übrigens von meiner lieben Freundin Tina.

Schau doch mal bei ihr rein: Fotograf | Christina Wagner-Berger (cwbphoto.com)

Sie hat laufend tolle Aktionen und ein Angebot von Food- und Produktfotografie über klassische Formate wie Familien- und People-Shootings bis hin zu Drohnenaufnahmen.


Natürlich ist diese süße Verführung:

ganz klassisch aus besten Zutaten in Bio-Qualität zubereitet

Zutaten:

für eine 26 cm-Backform:


Eierlikör-Kuchen

4 Eier (Größe M)

200 g Birkenzucker

120 g Pflanzenöl (hier: 100 g Maiskeimöl, 20 g Mandelöl)

30 g geriebene Walnüsse

50 g Mandeljoghurt

1 TL Flohsamenschalen

200 g Eierlikör

120 g Maisstärke

120 g Dinkelmehl

2 TL Weinstein-Backpulver

Abrieb einer ½ Bio-Orange

Steinsalz

1 Schuss Rum

1 Prise Kardamom gemahlen

1 Prise Ingwer gemahlen

1 Prise Curcuma gemahlen

1 Prise Zimt gemahlen

1 Prise Vanille gemahlen


26 cm-Backform, Backpapier, Mixer/Küchenmaschine


Tipp: Im Originalrezept sind es 250 g Zucker und 200 g Öl. Bei Verwendung dieser Zutaten können Joghurt, Walnüsse sowie Flohsamenschalen weggelassen werden und der Kuchen wird entsprechend süßer und gehaltvoller.


Zubereitung:

Eierlikör-Kuchen

Das Backrohr auf 175°C Umluft vorheizen. Eier und Birkenzucker mit Salz schaumig rühren. Weiter rühren und das Öl in einem dünnen Strahl langsam einfließen lassen. Die trockenen Zutaten vermischen und gemeinsam mit den Nüssen, Joghurt und Eierlikör vorsichtig untermengen. Die Masse gleichmäßig in eine mit Backpapier ausgekleidete Form füllen und ca. 60 Minuten backen. Anschließend in der Backform abkühlen lassen.


Bilder: Fotograf | Christina Wagner-Berger (cwbphoto.com), wix.com, pexels.com

(unbezahlte Werbung durch Markennennung)

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